iiRDS+VDI 2770: Ziemlich beste Freunde?

Jan Oevermann von

Bild: Anwenderportal

Dem Anschein nach konkurrieren die Standards iiRDS und VDI 2770 um die Vorherrschaft als Austauschformat für digitale Technische Dokumentation. Doch ein Blick hinter die Kulissen zeigt: Es wurde viel Arbeit investiert, um die beiden Standards in Einklang zu bringen.

Zurück in die Zukunft

Die Digitalisierung der modernen Industrie macht auch vor der Technischen Dokumentation nicht Halt. Durch immer individuellere Produktvarianten, weitverzweigte globale Lieferketten und eine Vielzahl an beteiligten IT-Systemen wächst die Menge technischer Unterlagen. Klassifizierende Metadaten und einheitliche Dateiformate sind im Informationsmanagement das Mittel der Wahl, um der Lage Herr zu werden. Die Maßnahmen sind jedoch oft unternehmensspezifisch geprägt oder stark abhängig von der verwendeten Software. Dadurch werden wesentliche Vorteile eines übergreifenden Informationsaustauschs verspielt.

Das PDF-Format stellt aktuell so etwas wie den Standard für die Auslieferung digitaler Handbücher dar. In den meisten Fällen entsprechen Handbücher im PDFFormat dem Nutzwert einer gescannten Variante der Papierdokumentation. Weitergehende Möglichkeiten für Filterung, Zuordnung oder Organisation bieten sie nicht. Eine paradoxe Situation, wenn man bedenkt, in welcher Fülle Metadaten und Struktur in modernen Redaktionssystemen vorhanden sind. So wird bei der Publikation sowohl ein Großteil wertvoller Zusatzinformationen verworfen als auch dem Abnehmer die Einordnung der Inhalte ungemein erschwert. Gerade Content-Delivery- Portale profitieren jedoch von den so genannten „intelligenten Informationen“ und können dadurch einen echten Mehrwert für Anwender generieren.

Standards für den Informationsaustausch

DCC Document kind classification code; die in der DIN EN 61355 geregelte Klassifikation für technische Unterlagen, die auch in der VDI 2770 referenziert wird; siehe auch DIN EN 61355-1:2009-03.
eCl@ss Datenstandard für die Klassifizierung von Produkten und Dienstleistungen auf Basis von international genormten Merkmalen; wird in der VDI 2770 für die Objekt-Referenzierung verwendet und kann in iiRDS ebenfalls benutzt werden.
E.T. Kein Standard für den Informationsaustausch aber der Extra-Terrestrial fügt sich so schön in die Reihe der Abkürzungen und Filmtitel ein...
iiRDS intelligent information Request and Delivery Standard; ein vom iiRDS-Konsortium entwickelter Open-Source-Standard für den Austausch von digitaler Technischer Dokumentation; spezifiziert ein Containerformat und eine RDF-basierte Domänenontologie; siehe auch iiRDS 1.0.1:2019-07.
IRI Internationalized Resource Identifier; die internationalisierte Version des Uniform Resource Identifier (URI); ein global eindeutiger Bezeichner in festgelegter Form mit den Unterarten URL (zum Beispiel Web-Adressen) und URN (zum Beispiel ISBN).
IRDI International Registration Data Identifier; die von eCl@ss verwendeten und international genormten Bezeichner für die Referenzierung von Objekten.
RDF Resource Description Framework; Methode zur Beschreibung von Beziehungen zwischen Ressourcen durch Aussagen, den so genannten Tripeln; kann in verschiedenen Formaten ausgedrückt werden, etwa als RDF/XML; Basis für die iiRDS-Metadatendatei.
VDI 2770 Richtlinie des VDI, die Mindestanforderungen an den Austausch von digitalen Herstellerinformationen für die Prozessindustrie festlegt; spezifiziert ein Containerformat und ein XML-basiertes Metadatenschema; siehe auch VDI 2770-1:2020-04.
XML Extensible Markup Language; eine medienneutrale Auszeichnungssprache für strukturierte Daten, wird für die Erfassung von Inhalten oder zur Serialisierung von Metadaten verwendet.

Eine neue Hoffnung

Die Hoffnung der Unternehmen ruht auf einem standardisierten Austauschformat für digitale Technische Dokumentation. Es kann sowohl die Kommunikation mit Zulieferern als auch den internen Informationsaustausch erheblich vereinfachen. Zugleich kann es als stabile Basis für die Abbildung moderner datengetriebener Use Cases für Content dienen. Entwickelt von unabhängiger Stelle und in Einklang mit den Anforderungen der Industrie soll der Standard die Brücke zwischen Organisationen und Systemen schlagen, um einen verlustfreien Informationsfluss zu ermöglichen. Metadaten spielen dabei eine zentrale Rolle bei der Zuordnung zu Produkt- und Informationstypen und sollen explizit zugänglich gemacht werden.

Zunächst getrennt voneinander haben sich zwei Initiativen zur Festlegung technischer Regeln gebildet. Sie verfolgen die genannten Ziele:

  • Eine Arbeitsgruppe des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI) zur Ausarbeitung von Mindestanforderungen an digitale Herstellerinformationen für die Prozessindustrie; das vorrangige Ziel lautet, den Austausch zwischen Zulieferern und Kunden aus der Prozessindustrie zu standardisieren und das Regelwerk in die nationale und internationale Normung zu überführen.
  • Eine Arbeitsgruppe der tekom zur Ausarbeitung eines Austauschformats für Inhalte der Technischen Kommunikation mit dem vorrangigen Ziel, Informationen intelligent bereitstellen zu können und den herstellerneutralen Austausch zwischen Systemen (zum Beispiel Redaktionssystemen und Content-Delivery-Portalen) zu ermöglichen; darüber hinaus hat die Arbeitsgruppe das Ziel, informationsbezogene Metadaten in einer Domänenontologie zu standardisieren, soweit dies übergreifend sinnvoll ist.

In mehreren Jahren sind dabei zwei Spezifikationen entstanden, die eine festgelegte Kategorisierung für technische Informationen vorschlagen. Außerdem geben sie Dateiformate für Inhalt und Metadaten vor und definieren den Aufbau eines Austauschpakets.

Der Herr der Dinge

Beide Vorhaben verfolgen das gleiche Ziel. Die Anforderungen, die daraus entstehen, setzen sie aber unterschiedlich um. Die VDI 2770 legt den Fokus auf ganze Dokumente und bildet mit PDF-Dateien als Pflichtformat den aktuellen Stand in der Technischen Dokumentation ab. Anders iiRDS, der Standard löst sich vom Dokumentenkontext und setzt im Kern auf ein topicorientiertes Vorgehen mit verschiedenen Content-Formaten und semantischen Beziehungen. Je nach Situation und Zielgruppe können dem Nutzer relevante Informationseinheiten geliefert werden.

Um die notwendigen semantischen Beziehungen für ein nutzerzentriertes Content Delivery zu modellieren, wurde für iiRDS eine auf Technische Dokumentation fokussierte Ontologie entworfen. Sie gibt einen Rahmen für die Vergabe von Metadaten vor. Basierend auf einer Sammlung von typischen Use Cases wurde hier besonders der Bezug zum Kontext (Tätigkeit, Zeitpunkt, Zielgruppe) und der Bezug zu den Dingen (Produkt, Baugruppe, Werkzeug) in den Vordergrund gestellt.

Ob nun VDI 2770 oder iiRDS – jeder Ansatz hat Vor- und Nachteile, die sich darauf auswirken, welches Format für ein Unternehmen passt. Viele Zulieferer, die aktuell Papierdokumentationen mit ihren technischen Produkten ausliefern, werden eher auf die VDI-Richtlinie zurückgreifen. So können sie in Zukunft die Mindestanforderungen großer Einkäufer erfüllen. Die Anforderungen an eine modulare topicorientierte Dokumentation werden eher durch iiRDS erfüllt.

Eine wichtige Grundlage modernen Informationsmanagements bilden beide Standards ab: die eindeutige Identifikation von Inhalten, Metadaten und (physischen) Objekten, wie etwa Produkte oder Baugruppen. Erst dadurch wird die Beziehungsbildung möglich und eine universelle Austauschbarkeit gewährleistet. Während iiRDS durchgängig IRIs verwendet (deren Spezialisierung, die URL, kennt man aus dem Internet), setzt die VDI 2770 auf eine Kombination von domänenspezifischen IDs, den in eCl@ss verwendeten IRDIs und bestimmten Kodierungen. Dazu zählen die DCCs aus der DIN EN 61355 oder ClassIds für VDI-2770-Dokumentkategorien. Sie können seit Version 1.0 als so genannte „Komplexe Identitäten“ in iiRDS mit angegeben werden, so dass eine eindeutige Zuordnung über beide Standards weiterhin möglich bleibt.

Gemeinsamkeiten und Unterschiede zeigen sich auch bei den konkreten technischen Vorgaben. Beide Standards nutzen als Container-Format ein ZIP-Archiv. Die Vorgaben zur Datei- und Verzeichnisstruktur im Container weichen aber voneinander ab. So macht die VDI-Richtlinie strenge Vorgaben zum Inhaltsformat (PDF/A und optionale Quelldateien). Bei iiRDS gibt nur die iiRDS/A-Variante Regeln für Dateiformate vor: XHTML5 oder PDF/A.

Die zentralen Metadaten werden bei der VDI 2770 pro Dokument als XML-Datei umgesetzt, bei iiRDS ist hingegen eine einzelne RDF-Datei für alle Dateien vorgesehen. Sie definiert auch die Zusammenhänge innerhalb des Gesamtpakets. Diese Aufgabe übernimmt bei der VDI-Richtlinie das so genannte Hauptdokument auf oberster Ebene (eine Art Inhaltsverzeichnis) sowie die verschachtelte Struktur des Paketinhalts.

Durch den Einsatz einer einzelnen RDF-Datei ergibt sich auch, dass iiRDS-Pakete aufgrund der hohen Komplexität nur durch spezielle Systeme erstellt und gelesen werden können. Beim VDI-Format bleibt hingegen durch relativ einfache Strukturen und XML-basierte Metadaten die Möglichkeit einer direkten Bearbeitung durch den Menschen bestehen.

Krieg der Welten

Die VDI 2770 integriert DIN EN 82045-2 und DIN EN 61355 und bringt einen erheblichen Teil von Vorgaben aus dem Dokumentenmanagement mit. Anders iiRDS, der Standard fokussiert sich auf semantische und funktionale Beziehungen zwischen verschiedenen Inhaltsarten und Produktbestandteilen. Reine Verwaltungsmetadaten wie Freigabe oder Statusübergänge rücken in den Hintergrund.

Weiterhin verfolgt iiRDS bei der Ausmodellierung der Metadaten den Ansatz der „Offenen Welt“. Er ist im semantischen Web verbreitet und erlaubt es dem Anwender, auf Basis der Ontologie neue Werte und Beziehungen zu definieren. Alle Modellierungen sind grundsätzlich erlaubt, solange sie nicht explizit eingeschränkt werden. So ist es ausdrücklich vorgesehen, dass zum Beispiel unternehmensspezifische Werte für Zielgruppen oder Produktlebenszyklusphasen ergänzt werden. Dies steht im Gegensatz zu den Vorgaben, die in der VDI-Richtlinie getroffen werden. Dort wird präskriptiv beschrieben, welche Modellierungen erlaubt sind.

Durch die Modellierungsansätze „offen“ und „geschlossen“ sowie den Umstand, dass der tekom-Standard neben Dokumenten noch eine Vielzahl weiterer Informationseinheiten zulässt, kann das Metadatenmodell der VDI-Richtlinie als Untermenge von iiRDS betrachtet werden. Auf Basis entsprechend vorbereiteter und reglementierter iiRDS-Daten kann also ein VDI-2770-Paket generiert werden, wenn auch häufig mit einem Informationsverlust auf Metadatenebene. Deutlich wird das anhand der Klassifikation von Dokumenten. Die 20 vordefinierten Dokumentarten aus iiRDS können den zwölf Dokumentkategorien aus der VDI 2770 eindeutig zugeordnet werden. Umgekehrt ist das jedoch nicht mehr ohne Zusatzwissen möglich.

Dokumenttypen in iiRDS und VDI 2770

iiRDS (Dokumentart) VDI 2770 (Dokumentkategorie)
Administrationsanleitung Bedienung
Montageanleitung Montage, Inbetriebnahme, Demontage
Stückliste Bauteile
CE-Konformitätserklärung Zeugnisse, Zertifikate, Bescheinigungen
Zertifikat Zeugnisse, Zertifikate, Bescheinigungen
Vertragliches Dokument Vertragsunterlagen
Elektronisches Typenschild Identifikation
Identifikationsdokument Identifikation
Installationsanleitung Montage, Inbetriebnahme, Demontage
Wartungsanleitung Inspektion, Wartung, Prüfung
Betriebsanleitung Bedienung
Teilekatalog Ersatzteile
Plan Zeichnungen/Pläne
Kurzanleitung Montage, Inbetriebnahme, Demontage
Reparaturanleitung Instandsetzung
Sicherheitsanleitung Allgemeine Sicherheit
Verkaufskatalog Vertragsunterlagen
Spezifikation Technische Spezifikation
Technische Zeichnung/Diagramm Zeichnungen/Pläne
Transportanleitung Montage, Inbetriebnahme, Demontage

Per Anhalter durch die Gremien

Nachdem im März 2016 die Arbeitsgruppe „Information 4.0“ der tekom ihre Arbeit mit dem Ziel aufgenommen hat, ein einheitliches Austauschformat für Technische Dokumentation zu definieren, konnte im April 2017 der erste Vorab-Entwurf von „iiRDS – intelligent information Request and Delivery Standard“ der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Etwa zur gleichen Zeit war der Fachbereich „Betrieb verfahrenstechnischer Anlagen“ im VDI mit der Ausarbeitung der „VDI-Richtlinie 2770 Blatt 1“ beschäftigt. Im Oktober 2017 kam es zu einem ersten Treffen der beiden Gremien, um Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Standardisierungsbestrebungen auszuloten.

Nach dem Beschluss zur Zusammenarbeit wurden die zur Kompatibilität notwendigen Umbauarbeiten in einem internen Exposé festgehalten und schrittweise innerhalb der Arbeitsgruppen umgesetzt. So wurden seit Version 0.9 von iiRDS die in der VDI 2770 obligatorischen Dokumentenmanagement-Metadaten integriert. Diese enthalten zum Beispiel Identitätsdomänen, Inhaltslebenszyklusphasen,Freigabe-Statusübergänge oder Bezüge zu Akteuren. Darüber hinaus wurden fehlende Dokumenttypen, Produktlebenszyklusphasen und Informationsthemen ergänzt. Nach dem Gründruck der VDI-Richtlinie wurde diese im Hinblick auf Unterordner in Dokumentcontainern so angepasst, dass eine Kompatibilität zu iiRDS gewahrt bleibt. Beide Standards haben sich aufeinander zubewegt, um einer Fragmentierung beim Austausch digitaler Dokumentation vorzubeugen.

Nach der Gründung des iiRDS-Konsortiums Anfang 2018 und der Veröffentlichung von „iiRDS 1.0“ im April wurden die Bestrebungen zur Zusammenarbeit wieder aufgenommen und ausgebaut. Ende 2018 hat das Konsortium einen „Implementation Guide“ in Auftrag gegeben. Der Guide beschreibt eine konkrete Umwandlung zwischen den Formaten und skizziert die Möglichkeit so genannter Hybridpakete. In Zuge dessen haben die Gremien weitere Mappings zwischen den Metadaten der Regelwerke festgelegt, außerdem haben sie gegenseitige Sitzungsbesuche beschlossen.

Inzwischen wurden die beiden Standards weiterentwickelt. Von iiRDS ist Version 1.0.1 verfügbar, die VDI-Richtlinie wurde Anfang April 2020 veröffentlicht. Daher wird eine überarbeitete Version des „Implementation Guide“ nötig, die in der ersten Hälfte des Jahres 2020 zur Verfügung stehen soll. Das große Interesse der Industrie an einer übergreifenden Lösung hat gezeigt, dass der Weg der Zusammenarbeit richtig und notwendig war, um austauschbare digitale Dokumentation möglich zu machen.

Das fünfte Element

Das zentrale Konzept der VDI-Richtlinie 2770 ist die Abbildung der physischen Produktstruktur in einer Verschachtelung von Dokumentcontainern. Dieses Matrjoschka- Prinzip (nach dem Bild der ineinander schachtelbaren russischen Puppen) ermöglicht, die Dokumentation eines Baugruppenherstellers relativ einfach in die übergeordnete Dokumentation des Gesamtprodukts zu integrieren oder auch zu ersetzen. Dabei bringt jeder Container seine eigenen Metadaten- und Verwaltungsinformationen mit. Auf diese Weise kann eine einfache Zusammenstellung der Gesamtdokumentation erfolgen, wenn alle Zulieferer ihre Dokumentation konform zur VDI 2770 abliefern.

Bislang sah iiRDS nur einen Container zur Auslieferung vor, in dem Content ausschließlich über die Metadaten eine hierarchische Struktur zugewiesen bekommt. In einem solchen Container sind zwar Unterordner möglich, haben aus semantischer Sicht jedoch keine Bedeutung. Was die Verschachtelung mehrerer iiRDS-Container ineinander angeht, hat die Spezifikation bis einschließlich Version 1.0.1 keine konkreten Aussagen getroffen. Eine direkte Abbildung der VDI-Logik war deshalb nicht ohne Weiteres möglich.

Die Matrjoschka-Container sind im allgemeinenNutzungskontext von iiRDS eine sinnvolle Erweiterung, etwa wenn es um die Integration von Zulieferdokumentation geht. Zur konkreten Form dieser verschachtelten Pakete wurde deshalb im Oktober 2019 eine Basis-Abstimmung über verschiedene Implementierungsvarianten innerhalb des Konsortiums durchgeführt, ein so genanntes „Technical Ballot“. Die bevorzugte Lösung wird aktuell in der iiRDS-Spezifikation verankert und mit der kommenden Version 1.1 in den Standard aufgenommen. Zusammen mit der finalen Version der VDI-Richtlinie und dem aktualisierten „Implementation Guide“ bildet iiRDS 1.1 somit die Grundlage für die Kompatibilität der beiden Standards.

Bild: Hybrid-Paket

Damit entsteht nun ein neues Element im Periodensystem der Paketformate: Ein hybrides Paket, das konform zu den Vorgaben beider Standards ist (abb. 01). Es kann sowohl von VDI-2770-Software als auch von iiRDS-kompatiblen Systemen eingelesen werden und erfüllt damit auch etwaige VDI-2770-Einkaufsbedingungen großer Konzerne. Zu beachten ist jedoch, dass die Inhalte zwar identisch für beide Lesarten sind – die Metadaten jedoch nicht. Die iiRDS-Datei enthält in einem solchen Kombi- Container wesentlich mehr Informationen als das VDI-Pendant. Ob sich in der Praxis das Hybrid-Paket durchsetzen wird oder zwei parallel generierte Pakete ausgeliefert werden, wird die Zukunft zeigen.

Die üblichen Verdächtigen

Beide Austauschstandards haben nicht zuletzt durch die unterschiedlich gesetzten Schwerpunkte ihre Daseinsberechtigung und werden für absehbare Zeit nebeneinander existieren. Dabei sind sie jedoch keineswegs inkompatibel, sondern können jeweils vom anderen profitieren, zum Beispiel durch den einfachen Einstieg in die VDI-2770-basierte Auslieferung von Dokumenten bis zur Ausbaustufe iiRDS, in der topicbasierte und vernetzte Informationen kontextsensitiv bereitgestellt werden. Durch die Zusammenarbeit der zuständigen Gremien sind die Formate gut aufeinander abbildbar und verfolgen gleiche Ideen und ähnliche Ziele. Das nützt vor allem Unternehmen, die sich nicht entscheiden wollen, auf welchen Standard sie in Zukunft setzen sollen, und bringt Licht in den Dschungel an Formaten. Mit einer guten Metadatenbasis und entsprechender Software ist es bereits möglich, beide Formate zu erzeugen oder eben Hybridpakete für den Austausch einzusetzen.

Die Vorgaben der Standards in Bezug auf Formate und Modellierung können darüber hinaus als etablierte Best Practices dienen. Das entkräftet auch das Auswahlkriterium der Verbreitung, das viele Firmen zur Beurteilung eines Standards heranziehen. Werden die Grundprinzipien eines soliden Informationsmanagements (Metadaten, Struktur und Identifikation) beachtet, ist der Schritt zu einem intelligenten Austauschformat nicht mehr weit. Die üblichen Verdächtigen dafür stehen bereits fest.

Abspann

Dieser Artikel wurde am 19.05.2020 veröffentlicht in Ausgabe 03/20 von technische kommunikation.

Normen und Standards zum Thema

  • DIN EN 61355-1:2009-03 „Klassifikation und Kennzeichnung von Dokumenten für Anlagen, Systeme und Ausrüstungen – Teil 1: Regeln und Tabellen zur Klassifikation“ (VDE 0040-3:2009-03, IEC 61355-1:2008)
  • DIN EN 62023:2012-08 „Strukturierung technischer Information und Dokumentation“ (IEC 62023:2012)
  • DIN EN 82045-2:2005-11 „Dokumentenmanagement – Teil 2: Metadaten und Informationsreferenzmodelle“ (IEC 82045-2:2004, VDE 0040-6:2012-08);
  • iiRDS 1.0.1:2019-07 „tekom iiRDS Standard – intelligent information Request and Delivery Standard“. Version 1.0.1. Release Date 12 July 2019. iirds.org
  • VDI 2770-1:2020-04 „VDI 2770 Blatt 1 – Betrieb verfahrenstechnischer Anlagen – Mindestanforderungen an digitale Herstellerinformationen für die Prozessindustrie – Grundlagen“

Weiterführende Literatur zum Thema

Das neue plusmeta-Anwenderportal

Fabienne Lange von

Bild: Anwenderportal

Dokumentation, Support, Tutorials: Das plusmeta Anwenderportal

Wir freuen uns, euch diese Woche unser Anwenderportal vorstellen zu dürfen! Das plusmeta-Anwenderportal ist ab sofort die zentrale Anlaufstelle für Kunden und Interessierte an unseren Produkten. Dabei steht es als separate Website unter help.plusmeta.de jedem zu Verfügung - ganz ohne Anmeldung oder Benutzeraccount.

Inhalte

Das Anwenderportal ist nicht nur eine Online-Hilfe für unsere Software, es vermittelt auch weiterführende Informationen zur plusmeta-Plattform und stellt diese auf verschiedenen Wegen bereit, sodass ihr immer schnell die Antwort findet, die ihr sucht.

Dafür bieten wir im Anwenderportal neben der Dokumentation auch Schnelleinstiege, FAQs, Videos und Informationen zu Releases und zur Produkt-Roadmap. Tutorials und Videoanleitungen sollen folgen.
So gibt es beispielsweise unseren Quickstart, der neue Benutzer Schritt für Schritt durch die wichtigsten Funktionen führt und anhand von zwei Beispielen mit den Workflows in plusmeta vertraut macht.
Daneben finden Interessierte im Bereich Releases immer die aktuellsten Software-Neuerungen und in unserer Roadmap Informationen zu geplanten Funktionen.

Dokumentation

Kontextsensitive Hilfe

Für plusmeta-Benutzer soll der Weg zur Dokumentation so leicht wie möglich sein: Über eine kontextsensitive Hilfe. Dabei wird in plusmeta eine Hilfeseite vorgeschlagen, die zur aktuellen Ansicht oder dem aktuellen Dialog der Software passt. Über einen Button in der Seitenleiste oder in Dialogen kann so immer mit einem Klick die passende Hilfeseite aufgerufen werden.

Bild: Kontextsensitive Hilfe

GIFs statt Bilder

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte, heißt es so schön. Noch aussagekräftiger ist aber ein GIF, also ein animiertes Bild. Gerade in Softwaredokumentation können GIFs dem Benutzer schnell und unkompliziert Ansichten und Funktionen veranschaulichen. Aus diesem Grund setzen wir im Anwenderportal an vielen Stellen GIFs ein, anstelle von statischen Screenshots.

Immer auf dem neuesten Stand

Die Release Notes zu neuen Software-Versionen, die bisher per Mail verschickt wurden, haben nun auch einen Platz im Anwenderportal gefunden. Hier finden Interessierte detaillierte Informationen zu den neuesten Funktionen und behobenen Fehlern. Dafür werden in der Release-Notes-Mail nur noch die wichtigsten Neuerungen in knapper Form zusammengefasst. Auf diese Weise können Benutzer jetzt selbst entscheiden, wie detailliert sie sich über die neue Version informieren möchten.

Weitere Informationen zu Software-Versionen sind im Anwenderportal in der Roadmap zu finden. Diese informiert über geplante Funktionen von kommenden Versionen, die plusmeta-Kunden automatisch zu Verfügung gestellt werden.

Kontextsensitive Hilfe

Was noch kommt

Neben der Dokumentation haben wir noch zahlreiche weitere Pläne für das Anwenderportal! So werden Video-Tutorials das Angebot erweitern. In geführten Screencasts können Interessierte die wichtigsten Funktionen von plusmeta sehen und neue plusmeta-Benutzer den schnellen Einstieg in die Software meistern. Eine Experten-Dokumentation für die Konfiguration von plusmeta sowie Optionen zum Daten-Import/Export wird in den kommenden Wochen zusammen mit Tutorials für bestimmte Use Cases ergänzt.

Ihr habt Fragen oder Anregungen zum Anwenderportal oder plusmeta? Dann meldet Euch bei uns per Mail: hallo@plusmeta.de

1 Jahr plusmeta

Jan Oevermann von

Bild: Das plusmeta-Team zur Gründung

Wir feiern 1 Jahr plusmeta!

Der Geburtstag eines Unternehmens ist das Gründungsdatum der Gesellschaft: bei der plusmeta GmbH war das der 23.04.2019. Auch wenn dann erst knappe 6 Wochen später – im Juni 2019 – der Geschäftsbetrieb aufgenommen wurde, feiern wir heute ganz amtlich unseren ersten Geburtstag! :tada:

Aus diesem Anlass wollen wir uns kurz Zeit nehmen, um auf ein ereignisreiches und erfolgreiches erstes Jahr zurückzublicken, in dem die plusmeta GmbH nicht nur Laufen lernte, sondern auch ziemlich gewachsen ist.

Mitarbeiter und Zahlen

Waren vor einem Jahr nur die beiden Gründer in der Firma aktiv, so haben mittlerweile zwei weitere festangestellte Mitarbeiter das Team verstärkt. Insgesamt sind ca. 1.200 Tassen Kaffee und 5.200 Slack-Nachrichten in die Entwicklung intelligenter Software geflossen. :coffee:

Innerhalb der letzten 6 Monate haben unsere Kunden auf der plusmeta-Plattform über 40.000 Dateien verarbeitet, aus denen insgesamt 460.000 Metadaten extrahiert werden konnten. Davon wurden fast 187.000 Metadaten über unsere KI automatisch vergeben.

Bild: Das plusmeta-Team 2020

Kunden und Partner

Besonders stolz macht es uns, dass bereits 10 Kunden auf die Produkte und Dienstleistungen von plusmeta vertrauen. Darunter setzen z.B. Siemens Energy, SMA Solar Technology und SEW Eurodrive unsere intelligenten Workflows erfolgreich ein und sind somit bestens für die Zukunft gerüstet. Mit 4 echten Pionieren konnten wir unser innovatives Early-Bird-Konzept durchführen: das mittlerweile ausgelaufene Pionierprogramm.

Für die bestmögliche Beratung unserer Kunden konnten wir unser Netzwerk an Integrationspartnern auf 4 Partnerfirmen ausbauen. Mit weiteren 5 Technologie­partnern stellen wir sicher, dass sich die plusmeta-Plattform nahtlos in diverse System­landschaften einfügt. So können wir mittlerweile iiRDS-basierte Integra­tionen zu den Portal­lösungen von Empolis, i-views und c-rex.net anbieten. Mit der Chatbot-Anbindung an Google Dialogflow haben wir im ersten Jahr sogar sprechen gelernt.

Messen und Präsentationen

Bild: Der plusmeta-Messestand

Nach unserer Premiere als Aussteller auf dem Content-Delivery-Symposium 2019 in Esslingen haben wir Version 1.0 der plusmeta-Plattform auf der tekom Jahrestagung 2019 in Stuttgart präsentiert – der mit 4.500 Teilnehmern größten Veranstaltung für Technische Kommunikation. Mit eigenem kleinen Stand und interaktiver Touch-Demo war drei Tage Hochbetrieb auf der Messe angesagt.

Im Vorfeld zur Tagung fand zudem das Annual Meeting des iiRDS Konsortiums statt, bei welchem wir an allen 3 präsentierten Best-Practice-Beispielen beteiligt waren. Eines davon war der für Endress+Hauser entwickelte iiBot – ein Chatbot auf Basis von iiRDS.

Forschung und Entwicklung

Bild: Dr. Jan Oevermann beim DIN Connect 2020 Pitch

Im vergangenen Jahr konnten wir aber auch unseren Wurzeln in der angewandten Wissenschaft treu bleiben und uns in Forschungsprojekten engagieren. Eines davon ist das vom BMWi geförderte Projekt DiTraNo. Hier untersuchen wir, wie sich unsere KI-Methoden auf den Bereich der Normung übertragen lassen.

Als einer der Gewinner des Förderprogramms DIN Connect 2020 entwickeln wir zudem in Zusammenarbeit mit dem VDE eine Spezifikation zum standardisierten Austausch von KI-generierten Metadaten für Industrie 4.0.

Blick nach vorn

Wir sind stolz auf das Geleistete und freuen uns auf das, was vor uns liegt. Nach diesem aufregenden ersten Jahr starten wir nun voller Motivation und Ehrgeiz in das zweite Jahr von plusmeta. :rocket:

Tools und Prozesse für verteilte Teams

Jan Oevermann von

Bild: Das plusmeta-Team beim Daily Wrap-Up

Nicht erst seit der Corona-Krise sind verteilte Teams, bei denen die Mitarbeiter von verschiedenen Orten aus zusammenarbeiten, ein wichtiges Thema. Dabei stellen sich viele Unternehmen die Frage, wie sich Reibungsverluste in der zwischenmenschlichen Kommunikation vermeiden lassen und der Zusammen­halt in Teams bestehen bleibt, obwohl der tägliche Tratsch in der Kaffeeküche fehlt. In diesem Artikel wollen wir die Tools und Prozesse vorstellen, mit deren Hilfe wir es schaffen, in dieser Phase weiterhin effizient aber auch mit Spaß im Team zusammenzuarbeiten.

Outlook

Das Mail- und Kalendertool Outlook darf auch in unserem Arsenal nicht fehlen. Einige Konfigurationen helfen uns jedoch, Arbeitsabläufe produktiver zu gestalten.

Termine kategorisieren

Wer einen vollen Terminkalender hat, verliert schnell den Überblick. Farbige Kategorien schaffen Ordnung und helfen bei der schnellen Einschätzung: Habe ich diese Woche viele Außer-Haus-Termine? Sind die Videocalls am Mittwoch mit Kunden oder mit dem Team? Farben sind ein erstaunlich gutes Mittel, um diese Fragen zu beantworten. Ist der Kalender überwiegend orange ist Konzentration gefragt, schwarz hingegen signalisiert einen frühen Feierabend. Werden die Kategorien von jedem Teammitglied genutzt, können diese beim Anlegen einer Besprechung hinzugefügt und direkt mit verschickt werden. Hier offenbart sich eine Schwäche von Outlook: jeder muss die Kategorien bei sich selbst anlegen (mit exakt gleichem Namen).

Outlook

Mails diskutieren

Durch die von Microsoft angebotete Integration von Outlook mit unserem Chatprogramm Slack können einzelne E-Mails mit einem Klick an eine Person oder einen Chatraum weitergeleitet werden, um sie dort weiter zu diskutieren. Das bietet sich vor allem dann an, wenn man lange Re:AW:RE:Antwort-Ketten mit zweizeiligen Texten aus dem Posteingang verbannen möchte. Die Mail und ihre Anhänge werden in einer Vorschau in Slack dargestellt. So kann dann z.B. gemeinsam eine Antwort formuliert oder ein weiteres Vorgehen besprochen werden.

Outlook

Benachrichtigungen ausschalten

Für manchen mag es verrückt klingen, doch das Deaktivieren der omnipräsenten Benachrichtigungsfunktion für neue Mails kann einen echten Produktivitäts-Boost bringen. Anstatt mit jedem Desktop-Popup und jeder Handy-Vibration aus dem Kontext gerissen zu werden, entspannt das bewusste Abarbeiten des Posteingangs und hat einen positiven Nebeneffekt: Man nimmt sich Zeit fürs Lesen der Nachrichten und das Ausformulieren der Antworten. Dafür plant man sich am besten feste Zeiten am Tag ein, wie etwa am Anfang und Ende eines Arbeitstages oder nach der Mittagspause. Die geblockte Zeit garantiert, dass man keine Mail verpasst und rechtzeitig anwortet. Der Empfänger wird es einem danken, auch wenn dafür die Nachricht vielleicht etwas später kommt. Wer Sorge hat, dass Kunden dies negativ auffassen könnten, spricht das Thema offen an und wird überrascht sein, dass die meisten eine langsame konzentrierte Antwort der schnellen, unvollständigen Mail vorziehen.

Teams

Das Kollaborationstool Teams von Microsoft bietet neben Video- und Telefonkonferenzen auch erweiterte Funktionen für – wenig überraschend – Teams. Auch wenn der Nachfolger von Skype for Business teilweise noch mit Problemen zu kämpfen hat, so macht er doch vieles richtig und ist für uns in der Homeoffice-Zeit ein wichtiges Tool.

Wrap-Ups einführen

Eines der effektivsten und wichtigsten Werkzeuge für verteilte Teams ist ein tägliches Wrap-Up (machmal auch Stand-Up oder Daily Huddle) als Regeltermin mit verbundener Webkonferenz. Speziell wenn alle Mitarbeiter im Homeoffice arbeiten, geben Rituale dem Tagesablauf Struktur und Verlässlichkeit. Kurz und bündig sollen in 15 Minuten täglich von allen Teammitgliedern der Reihe nach die gleichen 5 Fragen beantwortet werden:

  • Was habe ich gestern gemacht?
  • Was habe ich mir für heute vorgenommen?
  • Woran messe ich, ob das Vorgenommene geklappt hat?
  • Was hindert mich daran, meine Aufgaben zu erledigen?
  • Wer kann mir helfen, ein Problem zu beheben?

Dabei sind vor allem die Fragen 2-4 von großer Bedeutung. Definierte Tagesziele schaffen Zufriedenheit und erleichtern die Planung. Beispiel: Ich habe mir heute vorgenommen, den Blog-Artikel fertigzustellen, den Erfolg messe ich an der Veröffentlichung und dafür fehlt mir noch ein Screenshot meines Kollegen. Kurze Fragen können so schnell beantwortert und kleine Aufgabenpakete delegiert werden; für Detailabstimmung können Folgetermine in kleinerer Runde vereinbart werden.

Neben unserem Daily Wrap-Up um 9:15 Uhr haben wir noch ein Weekly Wrap-Up eingeführt, welches am Freitagnachmittag die vergangene Woche Revue passieren lässt und Gelegenheit bietet kleine Erfolge zu feiern. Nach dem Resümee werden die groben Aufgaben für die kommende Woche skizziert und somit der Grundstein für das Daily Wrap-Up am Montag gelegt.

Video einschalten

Auch wenn sich der ein oder andere noch davor scheut bei Webmeetings die Kamera einzuschalten, so sollte es jeder einmal ausprobiert haben und den Unterschied zur reinen Audiokonferenz erfahren. Speziell in Zeiten, in denen das Büro unbesetzt bleibt, ist es wichtig auch die non-verbalen Signale von Kollegen, Kunden und Partnern zu achten. Schmunzelt mein Gegenüber oder ist das eher Skepsis? Verstärkt die Gestik das Gesagte oder sagt die Körpersprache das Gegenteil? Die Kamera bietet darüberhinaus auch weitere Vorteile: Gespräche verlaufen konzentrierter und persönlicher ab; dem Gesprächspartner wird die volle Aufmerksamkeit geschenkt. Das in Telefonkonferenzen übliche “nebenbei arbeiten” ist in einem Video-Meeting nicht möglich und so überrascht es wenig, dass bei eingeschalteter Kamera die Besprechungen oft kürzer und gleichzeitig produktiver sind.

Meetings anhängen

Durch die enge Integration von Teams in Outlook ist es mit einem Klick möglich einer Besprechungsanfrage einen Zugangslink zu einem Webmeeting anzuhängen. Durch den schon vorab definierten “Treffpunkt” entfallen die sonst nötigen “Wer ruft wen an?”-Abstimmungen kurz vorm Termin und von der reinen Audioübertragung bis hin zu kombinierten Kamera- und Bildschirmfreigaben können alle Funktionen sofort genutzt werden. Die Macht der Gewohnheit hat bei uns mittlerweile den Prozess etabliert, jedem geplanten Meeting auch einen Teams-Link anzuhängen.

Outlook

GitHub

Die webbasierte Anwendung für Quelltextverwaltung ist unser Maschinenraum für Code und Content. Doch nicht nur die plusmeta-Plattform wird mit Hilfe von GitHub entwickelt, sondern auch Website, Blog und die Dokumentation setzen auf auf dem Versionsverwaltungssystem auf.

Alles versionieren

Auch wenn der Einstieg in git (die Open-Source-Software, auf der GitHub basiert) für Nicht-Programmierer oft umständlich erscheint, löst das Prinzip der Versionverwaltung viele bekannte Probleme von verteilten Teams:

  • Das gleichzeitige und verteilte Arbeiten an den gleichen Inhalten oder Quellcodeteilen lässt Teamarbeit ohne kontinuierliche Abstimmungen zu
  • Die konsequente Versionierung von Zwischenständen vermeidet Datenverluste und lässt alte Stände einfach wiederherstellen oder vergleichen
  • Fragen zu bestimmten Textteilen können schnell geklärt werden, da nachvollzogen werden kann wann, von wem und warum eine Zeile geändert wurde

Nach kurzer Zeit möchten die meisten die Arbeit in einem Versionverwaltungssystem nicht mehr missen und die steile Lernkurve wurde längst mit einem Produktivitätsschub überwunden. Ein weitere Vorteil von git zeigt sich auch in der Vielzahl an Tools, die eine Benutzung erleichtern. Neben diversen Werkzeugen zur visualiserten Versionskontrolle, existieren Integrationen in die meisten Entwicklungsumgebungen und Editoren. So kann jeder, den für sich passenden Workflow finden und anpassen. Durch den Umstand, dass alle Inhalte textbasiert sein müssen, eignet sich git nur für bestimmte Dateiformate (z.B. Quellcode, XML- oder Markdown-Dateien etc.), dafür lassen sich unterschiedliche Stände jedoch mühelos vergleichen und zeilenbasiert kommentieren.

Tickets erstellen

Das in GitHub integrierte Ticketsystem lässt die schnelle Erstellung und Verwaltung von “Issues” zu. Was in der Softwareentwicklung verbreitet ist, kann jedoch auch auf andere Bereiche angewandt werden. Auf der Website muss ein Eintrag aktualisiert werden? Eine Idee für die Dokumentation soll festgehalten werden? Issues sind ein geeigneter Weg diese Aufgaben “zu Papier” zu bringen, um sie danach priorisieren und einplanen zu können. Durch fest zugeordnete Bearbeiter können verteilte Teams so auch jederzeit sehen, woran die Kollegen gerade arbeiten.

Checklisten verwenden

GitHub wurde vor allem durch den Workflow der sogenannten Pull Requests populär. Kurz gesagt ist das eine Art Review-Anfrage, mit dem Ziel, die vorgeschlagenen Änderungen zu diskutieren und letztendlich freizugeben. Auch wir nutzen Pull Request, z.B. für aktualisierte Versionen unserer Software, neue Artikel im Blog oder eine Änderung auf der Website. Um bei einer solchen Freigabe nichts zu vergessen, verwenden wir Checklisten als Vorlagen, die kritische Punkte abfragen: Wurde jeder Bereich getestet? Sind die Rechte an den Bildern geklärt? Diese Checklisten können mit der Zeit auch erweitert werden – natürlich über einen Pull Request.

GitHub Pull Request mit Checkliste

Slack

Die Enterprise-Chatlösung Slack ist bei uns vor allem eins: die Schaltzentrale des Unternehmens. Durch etliche Integrationen laufen hier die Fäden zusammen und können gezielt aufgenommen werden.

Chaträume einrichten

Themenspezifische Channels, wie für Entwicklung oder Dokumentation, gruppieren Benutzer und Integrationen in eigene Chaträume. Dadurch können etwa Benachrichtigungen für einzelne Themen stummgeschaltet oder die Suche nach einer bestimmten Nachricht einfach eingeschränkt werden. Auch das gezielte Ansprechen aller Mitglieder eines Raums wird dadurch vereinfacht. Ergänzt werden kann diese Logik durch das Definieren von Benutzergruppen (z.B. @TaskforceGrillfest) um mehrere Teammitglieder gleichzeitig anzupingen.

Einer der Vorteile von Chats gegenüber Telefonaten oder Webmeetings ist deren Asynchronität. Das heißt, man kann direkt reagieren und eine Unterhaltung in Echtzeit führen – man muss aber nicht. Eine Unterhaltung, die Kollegen in einem Themen-Channel geführt haben, kann nachgelesen und wieder aufgenommen werden. Der Chatverlauf erweist sich auch in anderen Situation als wertvoll und kann als Gesprächsprotokoll so manche Gedächtnislücke wieder füllen.

Telefon ersetzen

In manchen Fällen ist das Medium Chat ungeeignet, um eine Unterhaltung effizient zu führen. Beispielsweise wenn sehr viel Informationen in kurzer Zeit ausgetauscht werden sollen und sich das Tippen der Nachrichten als Flaschenhals entpuppt. Aber auch in Situationen, die emotionales Fingerspitzengefühl erfordern, ist es wichtig die Stimme des Gegenüber hören zu können. In diesen Fällen kann die in Slack integrierte Anruf- bzw. Webmeetingfunktion den nahtlosen Übergang vom Chat in ein Telefonat schaffen. Der Anruf wird an entsprechender Stelle im Chatverlauf vermerkt, so dass man später nachvollziehen kann, dass das Gespräch telefonisch weitergeführt wurde – ein großer Vorteil gegenüber der sonst üblichen Kombination aus Mails und Telefonaten. Überhaupt wurden bei uns interne Telefonate vollständig von Slack-Anrufen abgelöst, was nicht nur Kosten spart sondern auch die Status- und Benachrichtigungseinstellungen der Mitarbeiter respektiert.

Outlook

Status setzen

Das Setzen eines Status, der als Emoji hinter dem eigenen Namen angezeigt wird, ist ein unterschätzes Feature, das gerade für ein verteiltes Team eine wichtige Funktion erfüllt: die passive Kommunikation, die sonst über einen kurzen Blick ins Büro erledigt wird. Ist meine Kollegin gerade in einem Termin? Macht mein Kollege gerade Pause? Wichtiger Faktor beim Statussetzen: es muss schnell und unkompliziert gehen, sonst wird die Funktion nicht genutzt. Emojis als kleine selbsterklärende Bildchen sind hierbei das geeignete Medium.

Mit der Zeit haben sich bei uns einfache Regeln etabliert:

  • :telephone_receiver: Wird von Slack automatisch während eines Telefonats gesetzt
  • :calendar: Wird von Outlook automatisch während eines Termins gesetzt
  • :x: Nicht stören. Volle Konzentration gefordert
  • :coffee: / :beer: Kaffeepause, Feierabendbier, etc. Gerade nicht am Platz
  • :hamburger: / :spaghetti: / :burrito: Mittagspause, in diversen Variationen :smile:

Integrationen nutzen

Integrationen (sog. Apps oder Bots), liefern automatisch wichtige Informationen aus anderen Systemen. Sie können aus einem Verzeichnis von Apps installiert oder auch selbst programmiert werden und reden entweder von selbst (Push-Prinzip) oder nachdem sie etwas “gefragt” werden (Pull-Prinzip). Aus den hunderten von möglichen Integrationen haben sich einige als für uns unverzichtbar erwiesen:

  • GitHub: Neue Issues, Pull Requests und Freigaben werden in die entsprechenden Themenchannels gepostet und ersetzen so Mail-Benachrichtigungen oder eine manuelle Prüfung. Auf Benachrichtigungen kann direkt reagiert werden (“Kümmerst du dich um die Freigabe?”), so dass jeder auf dem aktuellen Stand ist. GitHub
  • Diagnose: Ein Benutzer verwendet die Feedback-Funktion in unserer Software oder stolpert über einen Fehler in der Anwendung? Unser Diagnosesystem benachrichtig sofort den entsprechenden Themenchannel mit den notwendigen Informationen, so dass umgehend auf das Ereignis reagiert werden kann. Durch diese proaktive Fehlerbehandlung kann schnell das weitere Vorgehen diskutiert werden und in Echtzeit beobachtet werden. Sentry
  • Flachwitz-O-Mat: Unsere interne Eigenentwicklung versorgt uns per Befehl (/flachwitz) mit einer sorgsam gepflegten Auswahl an Flachwitzen und erleichert so manch stressigen Arbeitstag. Flachwitze
  • Outlook: Die Synchronisation des Slack-Status mit dem Outlook-Kalender lässt Kollegen auf einen Blick erkennen, ob jemand gerade in einem Termin ist und deshalb nicht reagieren kann. Und das vollautomatisch. Bei Bedarf kann über einen Chatbefehl auch die eigene Tagesagenda angezeigt oder Besprechungen zu- und abgesagt werden.
  • Giphy: Gerade wenn die Kaffeeküche oder der Flur für die zwischenmenschliche Kommunikation fehlen, ist es umso wichtiger, den Spaß nicht aus den Augen zu verlieren. Deshalb versorgt uns Giphy in manchen Situationen mit den richtigen GIFs.

Fazit

Mit den richtigen Tools und Prozessen gelingt es auch verteilten Teams in der Kommunikation Reibungverluste zu vermeiden und produktiv zusammenzuarbeiten. Dabei kommt es weniger auf die konkrete Software an, sondern mehr auf eine einheitliche und konsequente Nutzung von bestimmten Funktionen. Die clevere Verknüpfung der verschiedenen Systeme untereinander, kann Datensilos vermeiden und Synergieeffekte aussnutzen.

Wie meistert ihr die Herausforderung von Homeoffice und Remote-Meetings? Interessieren euch weitere Einblicke in unsere Arbeitsabläufe? Schreibt uns eine Mail: hallo@plusmeta.de :bulb:

Jobeinstieg im Homeoffice

Fabienne Lange von

Bild: Homeoffice

Mitten in der Coronakrise einen neuen Job anzufangen ist ja generell schon eine spannende Sache. Aber was macht man, wenn der erste Arbeitstag ansteht und man unter Quarantäne steht? Diesem Problem musste ich mich stellen: Ich bin Fabienne und seit zwei Wochen die neue Mitarbeiterin bei plusmeta.

Nachdem ich zur Feier meines Studienabschlusses eine kurze Reise nach Madrid gemacht hatte, war ich ungewollterweise zu einer Rückkehrerin aus einem Risikogebiet geworden. Zwei Wochen Sicherheitsquarantäne - Mist.

Kontaktlose Laptop-Übergabe

So startete dann also - nach kontaktloser Übergabe von Firmenlaptop und Headset - mein erster Arbeitstag im Homeoffice. Am ersten Arbeitstag stellt man sich ohnehin schon viele Fragen. Aber in meiner Situation hatte ich ganz andere Sorgen: Digital eingelernt werden - Wie wird das wohl funktionieren? Was mache ich, wenn etwas mit der Einrichtung der Programme nicht klappt? Wie lerne ich meine Kollegen kennen? Was, wenn meine Internetverbindung für die Webmeetings nicht ausreicht?

Allerdings waren meine Sorgen zum Glück unbegründet: Alles klappte hervorragend. Microsoft Teams war auf meinem Laptop schon bereit und Jan super vorbereitet: So konnten wir gemeinsam über die Bildschirmfreigabe eine vorbereitete To-Do-Liste abarbeiten: Software installieren, Zugänge einrichten, Prozesse kennenlernen. Zugegeben, zu Beginn ist es schon ungewohnt alles über Webmeetings und Chatprogramme zu koordinieren, aber man gewöhnt sich doch relativ schnell daran.

Gemeinsam einsam im Homeoffice?

Anfangs hatte ich noch Bedenken, mich nicht so leicht in die Prozesse und den Arbeitsalltag integrieren zu können, wenn ich alleine zuhause in meinem Wohnzimmer sitze. Doch gerade in der ersten Woche verbrachte ich viel Zeit in Webmeetings um die Arbeitswelt bei plusmeta kennenzulernen. Und auch sonst konnte ich jederzeit kurze Fragen, die ich sonst persönlich gestellt hätte, über den Unternehmens-Chat stellen. Ist bei Webmeetings die Kamera eingeschaltet, vergisst man manchmal beinahe, dass man gerade alleine zuhause sitzt, und nicht im Büro mit den Kollegen. Ganz so einsam ist man also doch nicht.

Die Tools, die bei plusmeta jeden Tag zum Einsatz kommen, machten es mir wirklich leicht mich trotz Homeoffice schnell zurechtzufinden. Unser Chatprogramm Slack ist dabei das Zentrum: Hier ist Raum für kurze Fragen, Abstimmungen und das eine oder andere lustige GIF. Gleichzeitig sind in Slack aber auch viele unserer Programme integriert: Über themenspezifische Channels bekommt so beispielsweise jeder Infos von GitHub über aktuelle Tasks, Änderungen und Erfolge unserer Software-Entwicklungsprojekte. Gleichzeitig kann ich sehen, wenn meine Kollegen grade in einem Meeting sind, telefonieren, oder Mittagspause machen. Dazu kommt unser morgendliches Wrap-Up-Meeting im Videochat. Dadurch sieht man nicht nur andere Gesichter, man bekommt auch mit woran die Anderen gerade arbeiten, was noch zu tun ist und wie man einander bei den Aufgaben helfen kann.

Was natürlich fehlt, sind kurze Gespräche in der Kaffeeküche, die gemeinsame Mittagspause oder auch mal ein Feierabend-Bier mit den Kollegen. Umso mehr freue ich mich deshalb schon darauf hoffentlich bald im Büro arbeiten zu können. Denn auch wenn meine Quarantäne-Zeit mittlerweile vorbei ist, bleibt auch plusmeta erst mal im Homeoffice. Und einen Vorteil hat der erste Arbeitstag im Homeoffice auch: Ich musste mir nicht den Kopf darüber zerbrechen, was ich an meinem ersten Arbeitstag anziehen soll. ;-)

Bild: Mein Arbeitsplatz